
| Author | Message |
|---|---|
|
Written on: 24. 06. 2010 [07:24]
|
|
|
sdaniel
Stefan Daniel
Topic creator
registered since: 21.10.2009
Posts: 35
|
Liebe OJS Nutzer, erzählen und beschreiben Sie hier, welche Erfahrungen Sie mit OJS gemacht haben und welche Aspekte des Programms Ihnen positiv aufgefallen sind oder Probleme bereitet haben. CARPET Team Göttingen Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen - (Elektronisches Publizieren)
daniel(at)sub.uni-goettingen[dot]de http://www.carpet-project.net |
|
Written on: 24. 06. 2010 [07:33]
|
|
|
sausting
registered since: 24.06.2010
Posts: 1
|
Hallo Herr Daniel, vor Kurzem habe ich die Aufgabe übernommen eine Open Access Journal Webseite zu übernehmen. Hierbei bin ich auf ein altes OJS gestoßen, das leider nur schlecht gepflegt war. Mir wurde außerdem ihre Umfrage weitergeleitet, die ich beantwortet habe. In diesem Zusammenhang möchte ich einige Punkte beschreiben, die mich bei OJS und Open Access als Einsteiger gestört haben. - Das OJS ist für unser Journal überdimensioniert und wir erledigen die meisten Sachen informell per E-Mail. Das ganze Login-System für die Autoren wird zumeist ignoriert. - Das OAI-Protokoll gibt mir und meinen Kollegen Rätsel auf. Warum braucht man für die Annotation von Metadaten ein extra System? Unsere Vermutung war, dass OAI als Ergebnis eine Forschungsprojektes nicht mit einer einfachen Annotationsdatei (ähnlich wie z.B. Google Sitemap XML) als Deliverable darstehen konnte. Ich habe mich daher entschlossen für unsere Journal zukünftig auf statisches HTML über unser Uni CMS zu setzen. Ich hoffe diese Eindrücke eines Open-Access-Einsteigers ergänzen die Ergebnisse ihrer Umfrage und helfen Ihnen die technische Unterstützung von Open-Access zu verbessern. Generell bin ich ein Anhänger dieser Idee. Viele Grüße Stephan große Austing |
|
Written on: 24. 06. 2010 [20:13]
|
|
|
fgrandel
Florian Grandel
registered since: 24.11.2009
Posts: 65
|
Hallo Herr große Austing, solange eine Zeitschrift einen einfachen Workflow mit wenigen Beteiligten umsetzt, bleiben tatsächlich wesentliche Komponenten von OJS ungenutzt. Ich stimme zu, dass in diesem Fall ein weniger umfangreiches System von Vorteil sein kann. Auf der anderen Seite gibt es manchmal versteckte Anforderungen, die erst später offensichtlich werden. Wenn Sie auf statische Webseiten setzen, dann könnte es ziemlich aufwändig werden, diesen Anforderungen nachträglich gerecht zu werden. Insbesondere können Sie prüfen, ob eine der folgenden Anforderungen früher oder später auf Sie zukommt: - Export von Artikelmetadaten in Kataloge von Suchdiensten (z.B. BASE, DOAJ, etc.) oder Bibliotheken. Dies kann erheblichen Einfluss auf dem "Impact Factor" Ihrer Veröffentlichung haben, weil Autoren Ihre Artikel leichter finden und häufiger zitieren. - (Pflicht-)Ablage von Artikeln in institutionellen oder öffentlichen Repositorien. - Langzeitarchivierung (z.B. mit LOCKSS o.ä.) - Integration Ihres Angebots mit Lese-/Zitierwerkzeugen (z.B. Google Scholar, Zotero, EndNote, etc.) oder Export von Zitierungen in unterschiedlichen Formaten um Wissenschaftlern die Zitierung Ihrer Artikel zu erleichtern. - Umsetzung eines Linkstandards (z.B. URNs oder DOIs) - Mehrsprachigkeit - Autorenvergütung auf Basis von Nutzungsdaten - usw. Wenn ja, dann rate ich von statischem HTML ab. Zu Ihrer Frage bzgl. OAI: Es handelt sich dabei um ein weltweit akzeptiertes Standardprotokoll zum Austausch von bibliographischen Metadaten, das in der Praxis vor allem zur Sammlung von Zeitschriftenmetadaten in zentralen Katalogen benutzt wird ("Metadaten-Harvesting"). Ohne eine OAI-Schnittstelle werden die meisten großen Kataloge (z.B. BASE oder DOAJ) Sie nicht in ihr Angebot aufnehmen können. Der Vergleich zur Google Sitemap ist gar nicht so schlecht, denn OAI-Anfragen resultieren in der Praxis ebenfalls meist in einfachen XML-Dokumenten. Ich würde nicht sagen, dass die Struktur eines OAI-Dokuments wesentlich komplexer ist als die einer Sitemap. Es dient einfach nur einem anderen Zweck. Es ist mMn allerdings sehr aufwändig eine DRIVER-konforme OAI-Schnittstelle selbst umzusetzen. OJS ist weltweit das am häufigsten vorkommende OAI-Quellsystem. Von daher können Sie davon ausgehen, dass alle großen Kataloge die OJS-OAI-Schnittstelle ohne Anpassungen "verstehen". Übrigens ist der Einsatz von OJS nicht auf OA-Zeitschriften beschränkt. OJS unterstützt auch geschlossene Geschäftsmodelle gut. Allerdings machen wir keinen Hehl daraus, dass wir (=PKP) als Organisation das OA-Modell den geschlossenen Modellen bei Weitem vorziehen. Viele Grüße, Florian Grandel Florian Grandel
Software-Entwickler Public Knowledge Project (PKP) http://pkp.sfu.ca/people#fg jerico.dev(at)gmail[dot]com |